Infos zur Wasserwirtschaft

Aktuelle Informationen, Gutachten oder Diskussionsanregungen rund um die Wasserwirtschaft stellen wir Ihnen hier gern kurz vor.

Neue Publikation des Umweltbundesamts (UBA):
Auswirkungen aus Anbau nachwachsender Rohstoffe (NawaRo) auf Wasserbeschaffenheit

Stickstoff-Überschuss, Pflanzenschutzmittel-Belastung sowie Bodenerosion und Sedimenteintrag – mit diesen Problembereichen beschäftigt sich der im November 2023 erschienene Band „Auswirkungen des Anbaus nachwachsender Rohstoffe und der Verwendung von Gärresten auf die Oberflächen- und Grundwasserbeschaffenheit in Deutschland“ des Umweltbundesamts (UBA).

Hier Link zur UBA-Publikation: Auswirkungen des Anbaus nachwachsender Rohstoffe und der Verwendung von Gärresten auf die Oberflächen- und Grundwasserbeschaffenheit in Deutschland | Umweltbundesamt

Auswirkungen wissenschaftlich nachgewiesen – Schutzmaßnahmen wichtig
AdobeStock 32308168 StephanLeykDer Anbau NawaRo zur Erzeugung von Biogas und die Biokraftstoff-Herstellung seit Anfang der 2000er-Jahre hat Auswirkungen auf die Oberflächen- und Grundwasserbeschaffenheit. Mittels verschiedener Szenarien und Modelle haben die Forscher diese untersucht.

Im Fazit auf Seite 17 stellen die Autoren des Berichts etwa mit Blick auf den Stickstoff (N) fest, dass im Szenario „ohne Biogas-Erzeugung“ durch den Wegfall von Gärresten „… die N-Düngung mit Wirtschaftsdüngern im Mittel um rund 20 kg N/ha LF vermindert, der N-Überschuss im Bundesgebiet würde im Vergleich zur IST-Situation um rund 11 kg N / ha LF (rund 14 %) reduziert.“

Auch beim Bodenabtrag und Sedimenteintrag sowie beim PSM(Pflanzenschutzmittel)-Eintrag haben die Autoren Effekte durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe (NawaRo) nachgewiesen – und weisen am Beispiel des Wirkstoffs Atrazin auf das „Langzeitgedächtnis“ von Grundwasserkörpern hin, was die Bedeutung des vorbeugenden Grundwasserschutzes unterstreiche.

Ob es sich bei den nachgewiesenen Auswirkungen um moderate oder gravierende Effekte handele, überlassen die Autoren den Lesern. Unabhängig von dieser individuellen Bewertung sei die Landwirtschaft aber weiter aufgefordert, Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Gewässerbelastungen umzusetzen, schließt das Fazit.


Dünger kann Grundwasser-Qualität beeinflussen   Prof. Dr. Friedhelm Taube - Gutachten zur DüV (Juni 2021)

Taube, F. , 2021: "Die Regelungen zur guten fachlichen Praxis der Düngung (DüV 2020) widersprechen der Zweckbestimmung des Düngegesetzes und tragen zur Verfehlung der Umweltziele Deutschlands und der EU bei"

Das Gutachten, das Professor Taube im Auftrag des BDEW im Juni 2021 verfasst hat, beleuchtet auf Basis  von vier zentralen Fragestellungen die neuen Regelungen zu Düngeverordnung. Das Fazit des Gutachtens (Auszug):
" In Summe enstpricht die DüV 2020

- nicht den Ansprüchen einer konsequenten Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie,

- weiterhin nicht der normativen Umsetzung der Zweckbestimmung des Düngegesetzes und

- sie basiert schließlich auch in den Details nicht auf einer guten fachlichen Praxis der Düngung..."

Hier der Link zu den Vorträgen von von Professor Taube auf den Seiten der Christian Albrechts Universität zu Kiel (CAU).
https://www.grassland-organicfarming.uni-kiel.de/de/aktuelles/vortraege

sowie zu seinem Gutachten zu DüV aus Juni 2021 für den BDEW https://www.bdew.de/media/documents/PI_20210707_Expertise-Prof-Taube-Bewertung-D%C3%BCngerecht-2020.pdf.


 "Klimaausblicke" auf Landkreis- und Regional-Ebenen des Climate Service Center Germany (GERICS)

Für drei Szenarien (viel Klimaschutz/mäßiger Klimaschutz/ ohne wirksamen Klimaschutz) hat GERICS die Ergebnisse für 17 Klima-Kenngrößen ermittelt und stellt diese "Klimaausblicke" sehr kleinräumig bis auf Land- oder Regionalkreisgröße zur Verfügung - eine Grundlage für strategische Planungsentscheidungen. Die Auswertung basiert auf HYRAS-Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Hier der Link zum den GERICS-Berichten.